Mit Wirkung vom 1.1.1972 wurden die Gemeinden Bockhorn, Eschlbach, Grünbach und Salmannskirchen zur neuen Gemeinde Bockhorn zusammengelegt. Von diesen Gemeinden führten Bockhorn und Grünbach eigene Wappen, die durch die Zusammenlegung untergegangen sind. Bei der Gestaltung des Wappens für die neue Gemeinde Bockhorn wurde auf Bestandteile der genannten beiden untergegangenen Wappen zurückgegriffen. Die Eingemeindung von Teilen der ehemaligen Gemeinde Matzbach zum 1.5.1978 führte zu keiner Änderung des Wappens.

Der Inhalt des Hochzeichens der Gemeinde Bockhorn, setzt sich zusammen aus dem SILBERHORN, des im Mittelalter in Grünbach ansässigen und eng mit der Ortsgeschichte verknüpften Geschlechts der Kraft von Grünbach und dem WELLENBALKEN als Flusssymbol für die Strogn, die durch das Gemeindegebiet fließt. So kommen gleichermaßen die geschichtliche Entwicklung und die örtliche Lage zum Ausdruck

 

Das Gemeindegebiet mit seinen fruchtbaren Böden und seinem Wasserreichtum gehört schon zu den frühest besiedelten Gebieten. Das erste Volk, dessen Name uns noch bekannt ist, waren die Kelten, die diesen Landstrich um 500 v. Chr. zu ihrem Lebensraum machten. Letzte Spuren von dem Kulturvolk das rund ein halbes Jahrtausend europäische Geschichte prägte, finden wir auch heute noch z.B. in den Namen unserer Heimatflüsse (Strogn, Sempt, Vils, Isen, Isar, Inn usw.) - im Bockhorner Gemeindegebiet unter anderem auch bei Papferding, wo noch Reste einer "keltischen Viereckschanze" zu erkennen sind. Die Kelten verloren ihre Selbständigkeit etwa um 15 v. Christus, als Rom seinen Herrschaftsbereich über die Alpen hinaus bis zur Donau ausdehnte und die neue Provinz Raetien dem römischen Weltreich eingliederten und somit eine intensive Kolonisation durch römische Siedler einsetzte.

Nach dem Niedergang des Römerreiches und dem Ende der Völkerwanderung, setzte eine neue Siedlertätigkeit ein. In den Ortsnamen spiegelt sich diese Besitzergreifung wieder. So weisen vor allem die "-ing" Orte auf die frühen Siedlungen der "Bajuwarenzeit" hin. Im Bockhorner Gemeindebereich ist dies besonders im Tal der Strogn und ihren Seitentälern zu beobachten. (vgl. Emling, Flanning, Englpolding, Oppolding, Papferding, Polzing). Genauere historische Spuren sind aber erst im frühen Mittelalter auszumachen.

 

luftbildDer Name des heutigen Hauptort Bockhorn, hat weder mit Bock noch mit Horn etwas zu tun. Die älteste Schreibweise "Paccharun" begegnet uns zum ersten Mal im Jahre 926 und lasst daraus schließen, dass "Leute am Bach", die "Bacherer" hier siedelten. Erst im Lauf der Zeit ist die Form Bockhorn amtlich festgeschrieben worden, ganz im Gegensatz übrigens zur mündlichen Überlieferung, die den Ort nach wie vor "Bocking" nennt. Schon 1315 ist Bockhorn (Pachorn) mit den Filialen Kirchasch, Hecken, Salmannkirchen, Grünbach und Tankham als Pfarrei aufgeführt. Merkwürdigerweise ist von Haselbach keine Rede.

kupferstich schlossriedersheimWährend Bockhorn mehr oder weniger ein stilles Pfarrdorf war, erhielt Riedersheim als Edelsitz und spätere Hofmark größere Bedeutung.

"Ruodrihhesheimun" erscheint erstmals in einer Freisinger Urkunde von 972/76. Im Jahr 1238 erscheint ein Heinrich von Ruthersheim. Durch die Jahrhunderte reihen sich verschiedene Besitzer (z.B. Balthasar Pötscher, Bürgermeister von München, auf Riedersheim; Fam. Neuchinger; Freiherren von Imhof usw.).

Das Verzeichnis der Hofmarken und Sitze von 1689 führt Riedersheim als Hofgeschlosse Hofmark. Von 1746 bis 1832 besaß die Familie von Widnmann die Hofmark, im Jahr 1774 wurden das Schloss und die Schlosskapelle abgebrochen.

Heute erinnert daran nur noch ein Kupferstich den Michael Wening um 1700 für seine "Beschreibung des Kurfürsten- und Herzogtums Ober- und Niederbayern (Historico Topographica Descriptio)" in 4 Bänden, geschaffen hat.

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